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Revolution in Progress: Europas Softwarespezialisten analysieren Fortschritte in der Digitalisierung

Berlin, 12. Oktober 2001

Note: This press release is also available in English and Francais.


 Press release in Word

 

Beeindruckende Anzahl paneuropäischer Projekte verdeutlicht die Bedeutung eingebetteter, netzfähiger Software für die Wirtschaft

 

Das digitale Europa gründet sich auf intensive Forschung und Entwicklung. Den bisherigen Fortschritt analysierten am 11. und 12. Oktober 230 Forscher und Entscheidungsträger aus dem Softwarebereich in der Brandenburgische Akademie am Gendarmenmarkt in Berlin im Rahmen des zweiten jährlichen ITEA-Symposiums. ITEA (Information Technology for European Advancement) ist das europäische Dachprogramm für die gemeinsame Forschung und Entwicklung softwareintensiver Systeme.

 

ITEA koordiniert industriegetriebene Forschung mit dem Ziel, Europa eine Spitzenposition bei eingebetteter und verteilter Software zu verschaffen. Die Initiative entstand im Rahmen von EUREKA, einem umfassenden und langfristig ausgelegten Forschungsprogramm, das von 31 Ländern Europas getragen wird, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu fördern. Im Rahmen des Symposiums stellten Experten aus vier Ländern die hohe Kompetenz Europas im Bereich softwareintensiver Systeme dar, machten jedoch auch darauf aufmerksam, dass weitere Kooperation, Koordination und Ausbildung dringend erforderlich seien.

 

Professor Dr. Klaus-Dieter Vöhringer, DaimlerChrysler-Vorstand für Forschung und Technik, führte an, dass die „intelligenten" Systeme inzwischen mehr als 80 % aller Funktionen im Fahrzeug steuern und Software somit zum entscheidenden Faktor für zukünftige Entwicklungen in der Automobilindustrie werde. Als vielversprechendes Beispiel derartiger Entwicklungen nannte Vöhringer den Einsatz softwaregestützter Sensoren, die unfallfreies Fahren eines Tages ermöglichen werden. Darüber hinaus forderte Vöhringer eine intensivere Kooperation zwischen Herstellern und Zulieferern mit dem Ziel, gemeinsame Standards festzulegen, die eine Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Komponenten im Fahrzeug ermöglichen.

 

Drs. Remi H. Bourgonjon, Senior Vice President im Bereich Software-Technologie bei Philips Consumer Electronics, warf einen Blick in die Zukunft und schilderte, wie neue Technologien und Marktkräfte miteinander verschmelzen und somit eine Vielzahl elektronischer Erzeugnisse mit einer komplexen offenen Architektur entstehen werden. Nach seiner Überzeugung werden die Grenzen zwischen Produkt und Geschäft zunehmend unklarer. Die wesentliche Herausforderung an das Management stellte Bourgonjon wie folgt dar: „Während das alte Management vorwiegend mit Steuerung von Aufgaben beschäftigt war, geht es in Zukunft darum, Sinn in das Chaos zu bringen."

 

Dr. Christof Ebert, Direktor für Software-Koordination bei Alcatel, unterstrich ebenfalls die Bedeutung von Geschäftsmodellen. Die Internetrevolution werde nicht die letzte Neuheit im Softwarebereich sein. Vielmehr ginge es darum, gänzlich neue Kundengruppen mit anwenderfreundlicher, flexibler Software zu erreichen.

 

Zwei weitere Sprecher zeigten den dringenden Bedarf an gezielter Softwareentwicklung und –schulung auf. Professor Dr. Dieter Rombach, Leiter des Fraunhofer-Instituts für experimentelles Software-Engineering in Kaiserslautern, forderte substantielle Investitionen in die Softwareentwicklung als der „Fertigungstechnologie des 21. Jahrhunderts". Professor Alfonso Fuggetta von der Polytechnischen Universität Mailand ist davon überzeugt, dass die Wissenslücke weiter wachsen und zu ernsthaften Problemen führen werde. Beide Sprecher waren sich darin einig, dass Neueinstellungen und Training auf allen Ebenen unumgänglich seien, wenn die Softwarerevolution nicht an Dynamik verlieren solle.

 

Darüber hinaus wurde demonstriert, wie eingebettete Programme die Softwarelandschaft in Europa verändern und gleichzeitig die Kommunikation und Lebensqualität des Menschen verbessern. Dies erfolgte im Rahmen einer Ausstellung von ITEA-Projekten mit einer Vielzahl an Plattformen und Anwendungen. Einige Beispiele: Co-VAR – ein anwenderfreundliches System zur Unterstützung multimedialer Arbeitsgruppen bei der Erstellung fortschrittlicher Produktionen – ermöglicht die Entwicklung virtueller Umgebungen ohne Programmierkenntnisse. Im Projekt DHE geht es darum, Kabelfernseh-Systeme mittels digitaler Kopfstellen vollständig breitbandfähig und interaktiv zu machen, indem extrem hochwertige, interaktive TV-Technik und Datenkanäle in nur einem Datenstrom vereint werden. RTIPA steht für vielfältige Telefonfunktionalitäten über das Internet und Routing nach Prioritäten zum Austausch von Webcam-Bildern in Echtzeit und hochwertige, interaktive Sprach- und Datendienste. TASSC vereint vielfältige Anwendungen auf einer einzigen Smartcard. Anwender können damit beispielsweise Zugang zu Gebäuden mit hohen Sicherheitsanforderungen erhalten oder Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen und die Karte gleichzeitig für die Zahlung der Benzinrechnung, Parkgebühren und der Rechnung im Cafe nutzen. Bei NETCARE wiederum geht es um die Schaffung eines europäischen Standards für Krankenhausdienste und den sicheren Fernzugriff auf medizintechnische Daten gleichermaßen für Ärzte und Patienten.

 

Der erste ITEA Achievement Award für herausragende Beiträge zum Programm wurde dem Kernteam des ITEA-Technikweissbuchs für softwareintensive Systeme mit Mitgliedern aus sechs Ländern verliehen. Das Dokument ist ein Meilenstein der Entwicklung und auf der ITEA-Webseite abrufbar1. Es hat bereits heute Einfluss auf die Forschungs- und Entwicklungsprogramme der EU und auf nationaler Ebene und wird darüber hinaus auch weltweit intensiv nachgefragt.

 

Vertreter zahlreicher europäischer Regierungen und der Europäischen Kommission bestätigten nicht nur ihre Unterstützung für ITEA, sondern stellten auch Pläne für zukünftige Investitionen als weiteren Anreiz für die Entwicklung softwareintensiver Systeme vor. Mit Verweis auf Ähnlichkeiten zur Infrastruktur im Transportwesen im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, richtete ITEA-Vorstand Paul Mehring den Blick auf eine neue gemeinsame Aufgabe: digitale Strukturen heute schaffen, um somit die Weichen für eine starke Wirtschaft im einundzwanzigsten Jahrhundert zu stellen. Er schloss mit dem Fazit: „ITEA ist der Katalysator, der dies vollbringt."

 

Über ITEA

Ziel der Information Technology for European Advancement (ITEA) ist es, die Entwicklung von eingebetteter und verteilter Software und zugehöriger Verfahren zu fördern. ITEA ist ein industriegetriebenes Forschungs- und Entwicklungsprogramm, das von nationalen Regierungen im Rahmen von Eureka unterstützt2 wird.

 

Nach dem Start Mitte 1999 wurde ITEA zu einem wirksamen Einflussfaktor der Softwareszene in Europa. Mit bereits über 5.000 Entwicklerjahren im Programm und weiteren 10.000 Entwicklerjahren in den kommenden fünf Jahren wird ITEA seine Rolle bei der Koordination europäischer Anstrengungen weiter verstärken. Europas führende Rolle im Bereich eingebetteter Software und softwareintensiver Systeme ist entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit in zahlreichen Branchen.

 

ITEA-Gründungsmitglieder sind unter anderem Alcatel, Barco, Bosch, Bull, DaimlerChrysler, Italtel, Nokia, Philips Electronics, Siemens, Thales und Thomson multimedia. All diese Unternehmen sind führend auf ihrem Gebiet (Fahrzeugbau, Telekommunikation und Mobilkommunikation, Verbraucherelektronik und Informationstechnik). ITEA arbeitet eng mit Partnern aus Forschungsinstituten, Universitäten und der Industrie zusammen.

 

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

  

Anne van der Linden
ITEA Office
PR/Communications
Tel: +31 40 247 5590
Fax: +31 40 247 5595
E-Mail: vdlinden@itea-office.org

 

1. http://www.itea-office.org/documents/itea_roadmap_download.htm
2.Eureka ist ein europaweites Netz industrieller Forschung und Entwicklung, durch das Wirtschaft und Forschungsinstitute aus 31 europäischen Ländern und die Europäische Union Techniken entwickeln, die entscheidend für weltweite Wettbewerbsfähigkeit und für ein besseres Leben sind. Siehe www.Eureka.Be